Die Gründung und Entwicklung des Vereins 

Unser Verein wurde am 22.3.1954 gegründet. Die Gründung geschah auf Initiative von
Fritz Moufang, dem Inhaber der Papierfabrik Oberschmitten. Er selbst ist nicht geflogen, aber er sagte: wenn jemand geübt ist, alleine in der Luft ohne fremde Hilfe die richtigen Entscheidungen zu treffen, dann kann er auch im Berufsleben die richtigen Entscheidungen treffen. In der Fliegerei sind Disziplin, vorausschauendes Denken und konsequentes Durchziehen getroffener Entscheidungen wichtig – alles Dinge, die auch im Berufsleben wichtig sind. Er unterstützte deshalb die Mitarbeiter seines Betriebes bei der Vereinsgründung durch den Kauf des ersten zweisitzigen Segelflugzeuges und den Bau einer Halle auf seinem Werksgelände.

Zunächst wurde auf dem Gelände im Niddaer Grund geflogen. Das ist der Hang zwischen der Straße nach Ranstadt und dem Feldweg zum Orbes. Die ersten Flugschüler waren Hermann Wohnlich, Albrecht Kircher, Albert Wagner, Willi Dechert, Karlheinz Wirth, Karl Klaus, Karl-Heinz Schmollack, Bodo Wille - und Michael Ruck. Ein Name ist auch später noch für den Verein von besonderer Bedeutung, nämlich Michael Ruck,.

Es wurden Lehrgänge in Gelnhausen und auf der Wasserkuppe durchgeführt und der Verein entwickelte sich prächtig – bis zu einer Bruchlandung im Oktober 1957, bei dem das einzige vereinseigene Segelflugzeug Totalschaden erlitt. Anderthalb Jahre lang war der Verein dann ohne Flugzeug, was natürlich zu einem deutlichen Mitgliederschwund führte.

Ab 1959 ging es dann wieder deutlich bergauf. Es wurde eine doppelsitzige K-7 angeschafft und der Verein beteiligte sich an dem Segelfluggelände am Hoherodskopf, zusammen mit der Flugsportgruppe Schotten und später auch der Fliegergruppe aus Rüsselsheim. Die drei Vereine arbeiteten gut zusammen und hielten einen regen Flugbetrieb aufrecht.

1964 konnte dann, wieder mit Hilfe der Firma Moufang, am Hoherodskopf eine eigene Halle gebaut werden, die den ständigen Transport und das Auf- und Abbauen der Flugzeuge ersparte. 1967 war der Verein auf einem ersten Höhepunkt. Zwischen 15 und 20 Mitglieder waren aktiv, der Verein hatte inzwischen 3 eigene Segelflugzeuge, eine eigene Halle und war Platzhalter.

Durch Wohnungswechsel, altersbedingtes Ausscheiden und wahrscheinlich auch durch einen Unfall im Nachbarverein war die Entwicklung in den Jahren 1968 bis 1971 rückläufig. Die reduzierte Mitgliederzahl machte es schwierig, den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten. Auf Betreiben von Michel Ruck wurde deshalb der unsichere Sprung in eine neue Zukunft gewagt, es wurden alle drei Segelflugzeuge verkauft und ein Motorsegler angeschafft. Im Herbst 1972 konnte der Falke „D-KECN“ in Betrieb genommen werden. Die Entscheidung erwies sich als goldrichtig: die Mitgliederzahl wuchs wieder von 6 auf 11 und im ersten Jahr des Betriebs des neuen Motorseglers wurden gleich 266 Stunden geflogen und 635 Starts und Landungen gemacht. Der Durchbruch war geschafft.

1976 wurde der Motorsegler gegen ein wesentlich moderneres Flugzeug ausgetauscht. Die D-KEFH hatte einen bordeigenen Anlasser, die Zeiten der zerschundenen Knöchel vom Betätigen des Seilstarters waren vorbei. Außerdem war das Flugzeug mit Funk, VOR, Wendezeiger und sogar mit künstlichem Horizont ausgestattet und damit das bestausgestattete Flugzeug weit und breit. Das ermutigte natürlich auch dazu, längere Streckenflüge zu machen, wodurch allerdings die Wartezeiten der anderen Mitglieder, insbesondere der Flugschüler, immer länger wurden. Durch Spenden der Mitglieder und das Schlachten des Sparschweins war es möglich, einen zweiten Motorsegler gebraucht zu kaufen – die D-DKMPA. Die Fluglehrer Ernst Diehl und Hans Conrad konnten ihren Ausbildungsbetrieb intensivieren und die Zahl der Scheininhaber nahm ständig zu.

Im Sommer wurde auf dem Hoherodskopf geflogen, im Winter war man Gast auf dem Hermes. Die geflogenen Strecken wurden immer größer, man unternahm Ausflüge an die Nordsee und in die Alpen.

Die weiteren Reisen weckten wiederum den Wunsch nach einem noch moderneren und schnelleren Flugzeug. Dieser Wunsch wurde 1984 durch Kauf des Kunststoff-Motorseglers D-KFWC vom Typ Dimona verwirklicht. Der Flugzeugpark war somit auf inzwischen drei Flugzeuge angewachsen.

Die Halle auf dem Hoherodskopf konnte im Winter nicht genutzt werden, zudem ergab sich das Problem, dass die Halle auf dem Werksgelände der Firma Moufang einem Bauvorhaben weichen musste. Also beschloss man, den Flugbetrieb ganz nach Nidda auf den Hermes zu verlagern und hier eine neue Halle zu bauen. Günther Buhle und Michael Ruck schöpften alle Möglichkeiten aus, um mit möglichst geringem Kostenaufwand die Halle zu errichten, die dann im Sommer 1986 eingeweiht wurde. Seitdem fliegt der Rote Milan in guter Nachbarschaft mit dem Fliegersportklub Nidda. Das Gelände wird gemeinschaftlich gepflegt, der Flugleiterdienst wird gemeinschaftlich wahrgenommen, und inzwischen ist der Rote Milan auch gleichberechtigter Pächter des Geländes. 

1987 wurde in der Halle noch ein kleiner Aufenthaltsraum gebaut. Der Bau des Raumes war überschaubar, aber es mussten ca. 650 m Strom- Wasser- und Telefonleitungen verlegt werden, was Edgar Ulrich zum größten Teil alleine erledigte.

Der Verein wuchs weiter, die Mitgliederzahl stieg. 1988 konnte deshalb ein vierter Motorsegler, die D-KGMR, angeschafft werden. 1989 waren erstmals alle vier Flugzeuge ganzjährig in Betrieb und es wurde der bisher nicht wieder erreichte Rekord von 950 Stunden geflogen. Es war jetzt möglich, auch mit mehreren Flugzeugen gemeinsame Ausflüge zu unternehmen und immer weitere Strecken wurden angegangen. Höhepunkt im Jahr 1989 war z.B. der Flug von Bruno Ruck und Gustav Pfannkoch nach Mallorca.

Nach einer kurzen Zeit mit nur drei Flugzeugen, nämlich nach dem Verkauf der FH, wurde 1992 mit der D-KEEB wieder ein viertes Flugzeug gekauft. Neben den inzwischen in allen Flugzeugen des Vereins üblichen Transponder, Funk- und VOR-Geräten hatte sie sogar einen Kurskreisel und einen künstlichen Horizont und war damit CVFR-tauglich. Der Verein hatte inzwischen 34 aktive und 33 passive Mitglieder.

1997 wurde die MR zugunsten eines noch moderneren Flugzeugs, der Super-Dimona D-KGPB, abgegeben. Die Zahl der Auslandsflüge nahm zu, z.B. nach Innsbruck, Paris, Kroatien, Ungarn und Korsika.

Im April 2000 übernahm Hagen Puttrich den Vorsitz von Michael Ruck der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fliegen konnte. Auch einige andere Mitglieder schieden aus, meist aus Altersgründen. Das führte dazu, dass im Jahr 2000 nur noch 500 Stunden geflogen wurden. Durch intensive Werbeaktionen mit Prospektverteilung auf Messen, Internetauftritt u.s.w gelang es, in kurzer Zeit 10 neue Mitglieder aufzunehmen. Erste Pläne, den Flugzeugpark auf drei Flugzeuge zu reduzieren, konnten so wieder eingemottet werden, die Zahl der geflogenen Stunden stieg wieder auf 750.

Der nächste große Umbruch im Verein resultierte aus den Gesetzesänderungen, die am 1.Mai 2003 als „JAR-FCL“ umgesetzt wurden. Seitdem gibt es die traditionelle Ausbildung zum Motorseglerpiloten nicht mehr und außerdem ist es für Vereine praktisch nicht mehr möglich, eigene Fluglehrer auszubilden. Der Verein hatte zwar vorgesorgt und, so lange das noch möglich war, einen eigenen Fluglehrer ausgebildet, der zog es dann aber vor, in eine kommerzielle Schule zu wechseln.

Die einzige verbleibende Alternative, neue Fluglehrer auszubilden, war der UL-Bereich.2004 wurde deshalb im Tausch gegen den Motorsegler PA ein Ultralightflugzeuges vom Typ „Wild Thing“ angeschafft, die D-MKKL. Ernst Diehl übernahm wieder die Ausbildung, außerdem hatten sich zwei Mitglieder bereiterklärt, eine UL-Fluglehrer-Ausbildung zu machen. Leider ließ das Interesse der Schüler sehr schnell nach, und bei den vorhandenen Mitgliedern stieß das "Wild Thing" auch nicht auf genügend Gegenliebe. Im Januar 2006 wurde sie deshalb wieder verkauft.

Eine andere Weichenstellung führte zu mehr Erfolg: im Jahr 2005 wurde ein Motorflugzeug des Typs Katana DA20, die D-ESCP, gebraucht gekauft. Der Betrieb dieses Flugzeugs ist in Nidda nur mit einer sogenannten Außenlandegenehmigung möglich, die immer wieder verlängert werden muss. Der Umstand lohnt sich aber, denn neben zwei Mitgliedern die schon den Flugschein für Flugzeuge dieses Typs hatten, konnten zwei Neumitglieder mit dem entsprechenden Flugschein gewonnen werden, und da auch die Mehrzahl der Mitglieder die notwendige Berechtigung erkämpfte, wurde die CP zum beliebtesten Flugzeug des Vereins.

Im Jahr 2011 wurde unter Federführung von Rainer Weisbecker unser Aufenthaltsraum komplett renoviert und einige technische Verbesserungen in der Halle durchgeführt so dass es noch angenehmer ist, sich am Flugplatz aufzuhalten.

Im Moment findet mangels Fluglehrer keine Ausbildung neuer Piloten mehr statt. Aufgrund unseren attraktiven Angebots bezüglich Flugzeugpark und Aktivitäten denken wir aber, fertige Piloten zu gewinnen, die die Vorteile eines Vereins zu schätzen wissen.

Die neue Situation und die einfache Umschulung vom Motorseglerschein zum LAPL-A hat einen neuen Trend im Verein hervorgerufen. Nachdem alle Piloten jetzt die Lizenz zum Motorflug mit unserer Katana DA20 hatten sind die Motorsegler in ihrer Stundenauslastung stark zurück gegangen. Diese Entwicklung hat im Jahr 2014 zum Verkauf der Diamond HK36 Superdimona und im Jahr 2015 zum Verkauf des Falken SF25 geführt.

Eines der neuen Ziele im Jahr 2015 war eine zweite Katana DA20 an zu schaffen. Voraussetzung war dafür das unser Platz vom Segelfluggelände zum Sonderlandeplatz umgemeldet werden konnte. Zahlreiche Aufgabe gab es zu erfüllen bis die Gegebenheiten für diese Zulassung erfüllt waren, bis dann nach ca. zwei Jahren die Genehmigung zum Sonderlandeplatz erteilt wurde

Im Frühjahr 2016 ergab sich die Möglichkeit eine zweite Katana DA20-100 in Schweden zu kaufen. Unsere Techniker Bruno Ruck und Stefan Mitrakas machten sich auf den Weg um das Flugzeug in der Schwedischen Werft zu besichtigen. Das Flugzeug wurde gekauft und war dann im Sommer am Platz. Mit einer Feier zur Taufe wurde unsere zweite Katana D-EGPB in den Flugbetrieb übernommen.

Heute sind wir 14 aktive Piloten die für Ihre Aus- und Rundflüge zwei Katana DA 20  mit 100PS zu Verfügung haben.

 

Letzte Aktuallisierung 25.06.2017rwe